Logo der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

lvlt2024 (Latin vulgaire – latin tardif)

Menu

Regensburg

Neben Freising gab es im 8. Jhr. noch drei andere Bistümer in Bayern: die alten Römerstädte Passau, Salzburg und Regensburg. Regensburg geht zurück auf das römische Legionslager Castra Regina, das 179 n. Chr. fertiggestellt wurde. Es lag direkt an der Donau, an der nördlichsten Grenze des Römischen Reichs. Nach dem Abzug der Soldaten blieb das Lager bewohnt, im frühen Mittelalter war es der größte bewohnte Ort zwischen Alpen und Donau und der Regierungssitz der Agilolfinger. So wie Korbinian in Freising wirkte hier Emmeram, über den Arbeo von Freising auch eine Heiligenvita erfasst hat. Emmeram sieht hier zum ersten Mal Regensburg:

Urbs, ut praediximus, Radaspona inexpugnabilis, quadris aedificata lapidibus, turrium exaltata magnitudine, puteis habundans. Cuius septentrionalem partem Danubius suo rigore contra ortum suo cursu infunditur fluenta. Regionis montana fructifera, pascuis dedita, herbis habundantia, feris saltus et frutecta cervis, alcis, bubulis, capraeis, ibicum et omnium bestiarum atque ferarum generibus ornata.

„Die Stadt, nämlich Regensburg, war uneinnehmbar, aus Quadern erbaut, mit hochragenden Türmen, und mit Brunnen reichlich versehen; im Norden bespült sie die Donau, die in geradem Lauf gen Osten strömt. Das Bergland war ergiebig an Obst und bot Weiden und saftiges Gras; das Waldgebirge war mit wilden Tieren bevölkert und das Unterholz mit Hirschen, Elchen, Auerodisen, Rehen, Steinböcken und mit Tieren und Wild aller Art.“